Der Mülheimer Alpenverein – Über 100 Jahre alt, aber kein bisschen müde.

 

Die hier veröffentlichten Berichte und Artikel geben Ihnen einen kleinen Einblick in die vielfältigen Aktivitäten unserer Sektion. Unsere Sektionsmitteilungen „Der Uhu“ erscheinen zweimal jährlich – im März fürs Sommerhalbjahr und im September fürs Winterhalbjahr.

 

 

Folgende Berichte stehen Ihnen hier zurzeit zur Verfügung:

 

Bericht 1:

Arbeitsgebietsübernahme: Wir sind Westerfrölke-Weg!

(erschienen im Aug. 2017)

Bericht 2:

50 Jahre Mülheimer Eifelhütte

(erschienen im Jul. 2017)

Bericht 3:

Sektionsjugend unterwegs im Klettergarten Nordeifel

(erschienen im Jun. 2017)

Bericht 4:

Mitgliederversammlung 2017

(erschienen im Mai 2017)

Bericht 5:

Wiederaufnahme des Kletterangebots für Flüchtlinge

(erschienen im Apr. 2017)

 

 

Bericht 1

Mülheimer Alpenverein übernimmt Arbeitsgebiet am Alpenhauptkamm

 

 

Seit Juli ist es nun amtlich: Der Westerfrölke-Weg ist jetzt ganz offiziell das alpine Arbeitsgebiet der DAV-Sektion Mülheim. Denn in seiner Sitzung entsprach das Präsidium des Deutschen Alpenvereins dem Antrag der Mülheimer Bergfreund/innen, die den hochalpinen Steig in der Goldberggruppe von der Partnersektion Mallnitz in Kärnten (A) übernehmen.

 

Der im Nationalpark Hohe Tauern, dem größten zusammenhängenden Schutzgebiet der Alpen, gelegene Gratsteig mit der AV-Wegnummer 143 ist aufgrund seiner Länge und abwechslungsreichen Führung eine der anspruchsvollsten Streckentouren unter den Tauernhöhenwegen zwischen Hochalmspitze (3.360m) und Großglockner (3.798m). Er bewegt sich zwischen Lonzaköpfl (2.317m) und Feldseescharte (2.712m) und verbindet auf einer Strecke von etwa zwölf Kilometern die Häusleralm (1.872m) über Mallnitz und die Hagener Hütte (2.446m) am Ende des Tauerntals als bewirtschaftete Stationen. Sein höchster Punkt ist der Feldseekopf mit 2.864m über N.N. Er .

Auf halber Strecke steht die Böseck-Hütte (2.594m) als Selbstversorgungsunterkunft, ebenfalls betreut von der Mülheimer Sektion.

 

Erstmals in ihrer über einhundertjährigen Vereinsgeschichte verfügt die Alpenvereinssektion damit über einen Brückenkopf im Hochgebirge und trägt Verantwortung für ein sensibles Stück Infrastruktur in den Hohen Tauern. Schon beim Arbeitseinsatz Ende Juli wurden so schwierige Stellen im Steilgelände fachkundig neu versichert.

Knapp 20 Mitglieder waren hier ehrenamtlich eine Woche im Einsatz, unterstützt von weiteren Bergfreund/innen des österreichischen Alpenvereins (OeAV) aus Mallnitz.

Weitere Projekte will die Sektion in den nächsten Jahren angehen. U.a. ist auch eine umweltgerechte Sanierung der Böseck-Hütte geplant, die sich zurzeit noch im Eigentum der Nachbarsektion Hagen befindet, in absehbarer Zeit aber durchaus Mülheims höchstgelegenes Gebäude werden könnte. Auch Naturschutzmaßnahmen haben in der vom Klimawandel besonders betroffenen Gebirgsregion einen besonders hohen Stellenwert. Innerhalb der Arbeitsgemeinschaft (ArGe) Tauernhöhenweg arbeiten die Mülheimer/innen hier als eine von insgesamt 17 Alpenvereinssektionen eng mit der Nationalparkverwaltung und den Talgemeinden zusammen. Auch Kooperationspartner aus Mülheim sollen mittelfristig in die Arbeit eingebunden werden, wobei es hier vorrangig um Arbeitsengagement und Know-How gehen wird

 

 

 

 

 

 

Text: Michael Cremer

Fotos/Grafiken: Michael Cremer, Dr. Holger Klink

 

 

Bericht 2

50 Jahre Mülheimer Eifelhütte – Ein Stück Stadtgeschichte

 

Wenn man es so will, ist die Hütte des Mülheimer Alpenvereins im schönen Abenden bei Nideggen auf knapp 190 Metern Meereshöhe das höchstgelegene Gebäude unserer Stadt, fungiert sie doch nunmehr seit einem halben Jahrhundert als "Botschaft" der Mülheimer Bergfreund/innen für ihr Bergsport- und Naturschutz-Engagement im Rurtal. Als Unterkunfts- und Ausbildungsstätte blickt das urige Fachwerkhäuschen auf eine bewegte und interessante Geschichte zurück.

 

Im Sommer 1967 konnte die DAV-Sektion Mülheim dort nach viel ehrenamtlichem Arbeitseinsatz die ersten Gäste beherbergen. Letztlich war die Hütte für die Mülheimer seinerzeit aber die „kleine Lösung“, nachdem Bemühungen, eine eigene Hochgebirgshütte in den Hohen Tauern zu bauen, an fehlenden finanziellen Mitteln gescheitert waren. In ihren Anfangsjahren wurde das Haus sogar als Mülheimer Sportstätte von der Stadt gefördert. Denn das Rurtal bot mit seinen Kletterfelsen beste Möglichkeiten, heimatnah Berg- und Natursport auszuüben.

So war die Hütte mit ihren 28 Schlafplätzen Refugium für Kletter-, Natur- und Wanderbegeisterte und brachte es zu Spitzenzeiten auf gut 700 Übernachtungen im Jahr. Sicherheitsaspekte ließ die Sektion die Bettenanzahl auf 18 reduzieren, da die Schaffung zusätzlicher Fluchtwege für das denkmalgeschützte Haus nicht realisierbar war. Schließlich führten die aktuellen Brandschutzbestimmungen dazu, dass der Alpenverein die Hütte zum Ende des vergangenen Jahres als Unterkunftshaus vorübergehend schließen musste.

 

Das hielt die Sektion aber nicht davon ab, das 50-jährige Bestehen der Hütte im Juli gebührend zu feiern. Knapp 50 Mitglieder zwischen sechs und 72 Jahren waren so dem Aufruf des Vorstands zum Jubiläum gefolgt und verbrachten einen aktiven Tag bei bestem Wetter, zunächst ganz sportlich beim Wandern oder Klettern, nachmittags dann am Haus beim Hüttenfest. Und der Vorstand hatte Positives zu vermelden. Mit Abschluss der baulichen Maßnahmen in diesem Sommer wird die Hütte mit dann noch zwölf Schlafplätzen in diesem Jahr ihren Betrieb wieder aufnehmen können.

Neben Kursen für Mitgliedern in den Bereichen Bergsport und Naturschutz soll die Hütte dann auch Freizeit- und Erholungsangebote unterschiedlichster Prägung beherbergen. Auch als alternativer Ort für Tagungen und Seminare, wenn einmal nicht WLAN und Mobilfunkverbindungen im Vordergrund stehen sollen, bietet sie sich an. Ferner werden hier erholungssuchende Familien, die eine nahe und preiswerte Möglichkeit suchen, einen aktiven Kurzurlaub zu verbringen, einen optimalen Ausgangspunkt finden.

 

Ob die Mülheimer Eifelhütte allerdings dauerhaft ihren Status als höchstgelegenes Gebäude der Stadt behält, bleibt abzuwarten, überlegen die Mülheimer Alpenfreund/innen doch gerade, die Böseck-Hütte in der Goldberggruppe (A) von der DAV-Sektion Hagen zu übernehmen. Das auf knapp 2.600 Metern Meereshöhe gelegene Haus dürfte dann allerdings diesen Status wohl auf Dauer innehaben

 

 

 

 

 

Text: Michael Cremer

Fotos/Grafiken: Michael Cremer

 

 

Bericht 3

Mülheimer Alpenvereinsjugend unterwegs im Klettergarten Nordeifel

 

Der Klettergarten im Rurtal ist eines der nächstgelegenen Felsklettergebiete für die Alpenvereinssektionen im Revier. Nicht zuletzt deswegen verfügen viele dieser Sektionen über Mittegebirgshütten dort, so auch der Mülheimer Alpenverein. Ausgangspunkt für den Kletterausflug der Sektionsjugend war aber diesmal die Hütte der Dürener Bergfreund/innen.

 

Und von genau diesen wurde die 15-köpfige Gruppe aus Mülheim im schönen Nideggen erwartet. Das Selbstversorgungshaus der DAV-Sektion Düren ist direkt an der Burg gelegen, die über dem Rurtal throhnt und liegt somit direkt oberhalb des Klettergartens, der u.a. vom Arbeitskreis Klettern und Naturschutz betreut wird, in dem mehrere Alpenvereinssektion, u.a. auch die Mülheimer, zusammenarbeiten.

Nachdem die sektionsgemischte Truppe komplett war, ging es ins Klettergebiet, das durch seinen besonderen Kieselfels einmalig und bekannt ist - und das nicht nur in Deutschland. Gerade auch niederländische und belgische Kletterer sind hier häufig anzutreffen. So machte der eine oder andere Mülheimer Teilnehmer hier erste Erfahrungen am Naturfels, während die erfahrenen Kletterer aus Düren ihnen die Routen und Schwierigkeitsgrade erklärten und gerade auch die Anfänger fachkundig anleiteten. Nachdem das Training für die Kinder und Jugendlichen beendet war, folgten noch einige Bergrettungsübungen - Ausbildung also, die auch für alpine Unternehmungen von zentraler Bedeutung ist und für die Teilnehmer sehr spannend und herausfordernd war.

 

Zurück auf der Dürener Eifelhütte klang der Tag dann bei Grillwürstchen und Kartoffelsalat aus, und eine Wiederholung eines solchen Unternehmens war in aller Munde. So wird es ein Wiedersehen schon beim gemeinsamen Jugend-Kletterwochenende der beiden Sektionen im September geben, diesmal im Klettergarten Emscherpark des Duisburger Alpenvereins. Dann haben möglicherweise die Mülheimer "Heimvorteil", wenn es an die hohen Betonwände im Landschaftspark Duisburg-Nord geht. Einig waren sich zum Schluss alle: Es war einfach ein toller Tag an und in den Felsen der Rureifel!

 

 

 

Text: Michael Cremer, Anke Rasche

Fotos/Grafiken: Anke Rasche

 

 

Bericht 4

Hohe Tauern und Rureifel: Mülheimer Alpenverein macht sich an die Arbeit!

 

Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung hat die hiesige Alpenvereinssektion mit großer Mehrheit die offizielle Übernahme des alpinen Arbeitsgebiets Westerfrölke-Weg in der Goldberggruppe in der Nähe von Mallnitz (Kärnten) beschlossen. Die Sektion übernimmt damit erstmalig in ihrer über einhundertjährigen Vereinsgeschichte eine solche Verantwortung.

 

Bisher wurde der hochalpine Steig, der sich auf einer Länge von etwa 12 Kilometern am Grad zwischen Lonzaköpfl und Feldseescharte auf einer Höhe zwischen etwa 2.300 und gut 2.800 Metern bewegt, von der örtlichen Sektion Mallnitz des Österreichischen Alpenvereins (OeAV) gewartet und gepflegt, mit der die Mülheimer Bergfreund/innen bereits seit 2013 zusammenarbeiten. Auch die am Weg gelegene Böseck-Hütte (2.594 m) wird demnächst durch den Mülheimer Alpenverein betreut werden. Sie wurde 1932 durch die DAV-Sektion Hagen errichtet.

Die Mülheimer planen, die Hütte im Lauf der nächsten Jahre mit lokalen Kooperationspartnern umfassend umweltgerecht und klimafreundlich zu modernisieren. "Das wird sicherlich keine leichte Aufgabe. Aber mit der Kompetenz des Alpenvereins und Mülheimer wie Mallnitzer Partnern sollte es gelingen, die jetzige Notunterkunft in eine nach Umweltgesichtspunkten ver- und entsorgungsautarke Schutzhütte im Hochgebirge umzuwandeln", so Michael Cremer, Erster Vorsitzender.

 

Weiterhin konnte der Vorstand den Mitgliedern berichten, dass man auf gutem Wege sei, die zurzeit wegen Brandschutzmängeln geschlossene Mülheimer Eifelhütte in der Rureifel noch in diesem Jahr

wieder in Betrieb nehmen zu können - und das mit überschaubaren baulichen Maßnahmen sowie einer Reduktion von zuletzt 18 auf dann 12 Schlafplätze. Dies wird einhergehen mit einem veränderten Nutzungs- und Marketingkonzept für das denkmalgeschützte Fachwerkhaus in der Nähe von Nideggen und dem Klettergarten Nordeifel. So sollen zukünftig verstärkt Bergsport- und Naturschutz- Kurse dort angeboten werden. Auch soll die Hütte innerhalb des DAV als Naherholungs- und Feriendomizil für Familien wie auch als Tagungsstätte für kleine Seminargruppen attraktiv gemacht und beworben werden.

"Auch hier werden wir uns ins Zeug legen müssen, um unsere Eifelhütte wiederzubeleben. Das ist es uns aber wert. Denn sie ist seit 50 Jahren unser Refugium für Bergsport und Naturerlebnis", meint Norbert Rosendahl, der im Vorstand für die Hütte verantwortlich ist. Und er ist guter Dinge, dass bereits bis zur Sektionsfeier zum Hüttenjubiläum Anfang Juli erste Ergebnisse auf diesem Weg zu sehen sein werden.

 

 

 

 

 

Text: Michael Cremer

Fotos/Grafiken: Michael Cremer, Dr. Holger Klink

 

 

Bericht 5

Kletterangebot für Mülheimer Flüchtlinge: Es geht wieder los!

 

Nach viermonatiger Pause geht das gemeinsame Angebot vom Kletterzentrum Neoliet Mülheim und dem Mülheimer Alpenverein Ende April wieder an den Start. Alle zwei Wochen freuen sich dann wieder Trainer/innen und Kletterbetreuer/innen beider Einrichtungen auf interessierte Flüchtlinge aus Mülheim, die in geselliger Atmosphäre die Grundlagen des Klettersports erlernen und ausüben wollen.

 

Seit Juli 2015 engagieren sich beide Partner, unterstützt vom Mülheimer Sportbund und dem Landessportbund NRW, erfolgreich in der Mülheimer Flüchtlingsarbeit. Auch Flüchtlingsgruppen umliegender Städte profitierten hiervon. Ende November etwa verbrachte der DRK-Kreisverband Oberhausen mit einer von ihm betreuten Gruppe einen spannenden Tag in der Mülheimer Kletterhalle, der den Teilnehmern nicht nur Spaß machte, sondern ihnen auch Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein gab und Berührungsängste abbaute. Denn neben der sportlichen Betätigung bietet das Klettern auch viel Raum für Gespräche und das Kennenlernen.

 

Die Neuauflage startet am 30.04.2017. Jeweils am 2. und 4. Sonntag im Monat, ab 16.30 Uhr, bietet die Neoliet-Halle, eine der größten Kletterhallen Deutschlands, dann wieder viele Möglichkeiten, die Spielarten und Möglichkeiten der Kletterns auszuprobieren - vom Bouldern in Absprunghöhe bis zum gesicherten Toprope-Klettern. Das Angebote richtet sich an karitative Träger in der Flüchtlingsarbeit, die ihren betreuten Gruppen Möglichkeiten der Sportausübung eröffnen möchten, aber auch an einzelne Geflüchtete, die in Mülheim leben, und Anschluss im Sport suchen. Eine Vereinsmitgliedschaft ist nicht erforderlich, steht den Teilnehmenden aber später offen.

Eine Anmeldung ist erforderlich und kann jeweils bis donnerstags vor dem Termin beim Mülheimer Alpenverein erfolgen. Ansprechpartner ist Michael Cremer (michael.cremer@alpenvereinmuelheim.de). Das Angebot ist kostenfrei, wobei An- und Abreise, ebenso Verpflegung und Getränke vor Ort, selbst organisiert werden müssen.

 

 

 

Text: Michael Cremer

Fotos/Grafiken: DRV-Kreisverband Oberhausen

 

 

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